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Roman Möhle (PartikelART) Roman Möhle (PartikelART) | 20. Aug. 2026

ISO 16232 Component Cleanliness Code (CCC) Erklärt

ISO 16232 Component Cleanliness Code (CCC) Erklärt

Wenn ein Qualitätsingenieur einen Partikelanalysebericht erhält, geht es nicht nur darum, wie viele Partikel gefunden wurden, sondern es geht darum, diese Information standardisiert, vergleichbar und handlungsrelevant zu kommunizieren. Der Component Cleanliness Code (CCC) ist eine optionale Codierung der Partikelgrößenverteilung in Anlehnung an ISO 16232, die in Kapitel 9.9.4 der VDA 19.1 beschrieben wird.

Sie haben einen CCC-Code und wollen wissen, was er bedeutet? Jetzt den Decoder testen →

Was ist der CCC (Component Cleanliness Code)?

Der CCC ist eine kompakte alphanumerische Zeichenkette, die das vollständige Ergebnis einer Sauberkeitsanalyse in einem einzigen, normierten Format kodiert. Anstatt rohe Datentabellen auszutauschen, nutzen Ingenieure, Lieferanten und OEMs den CCC als gemeinsame Sprache für Sauberkeitsanforderungen und Vergleiche.

Wichtig: Der CCC unterscheided nicht nach Materialklassen!

Ein CCC-String zeigt auf einen Blick:

  • Welche Bezugsgröße verwendet wurde (benetzte Fläche des Prüfobjektes, benetztes Volumen oder Stückzahl)
  • Welche Größenklassen von Partikeln gefunden wurden
  • Den Konzentrationsklassencode (ein logarithmischer Index) für jede Größenklasse

Die 13 Größenklassen (B–N)

Für die CCC-Codierung werden die Partikelgrößenverteilung und die Größenklassen B bis N verwendet.

KlasseGrößenbereich (µm)
B5 – < 15
C15 – < 25
D25 – < 50
E50 – < 100
F100 – < 150
G150 – < 200
H200 – < 400
I400 – < 600
J600 – < 1000
K1000 – < 1500
L1500 – < 2000
M2000 – < 3000
N≥ 3000

Hinweis: Klasse A (< 5 µm) ist in der Norm definiert, wird jedoch aus der Standard-CCC-Berichterstattung ausgeschlossen, da Partikel dieser Größe mit optischen Mikroskopverfahren nicht zuverlässig detektiert und gemessen werden können.


Der Konzentrationsklassencode (00–20)

Die Zahl hinter dem Buchstaben einer Größenklasse ist nicht die absolute Partikelanzahl, sondern es ist ein Konzentrationsklassencode (auch Reinheitsklasse genannt), ein logarithmischer Index, der einen definierten Bereich von Partikelzahlen kodiert.

Um einen riesigen Bereich von Kontaminationsgraden mit nur zwei Ziffern auszudrücken, steigen die Grenzen der Klassen progressiv an. Die exakten Werte sollten immer direkt der VDA-Tabelle entnommen werden:

KonzentrationsklasseMax. Partikelanzahl (Obergrenze pro 1.000 cm²)
000 (keine detektiert)
011
022
034
048
0516
0632
0764
08130
09250
10500
111.000
122.000
134.000
148.000
1516.000
1632.000
1764.000
18130.000
19250.000
20> 1.000.000

Wichtig: Diese Tabelle gilt für flächennormierte Ergebnisse (pro 1.000 cm² benetzte Fläche des Prüfobjekts). Volumnormierte (pro 100 cm³) und stückbezogene Ergebnisse verwenden äquivalente Tabellen mit anderen absoluten Werten.


Aufbau eines CCC-Strings

Ein vollständiger CCC-String hat folgende Grundstruktur:

A(B12/C10/D8/E5/FG00)

  • Erster Schritt ist die Bezugsgröße: Der Buchstabe vor der Klammer definiert die Normierungsbasis:
    • A = Fläche (pro 1.000 cm² benetzter Fläche des Prüfobjekts)
    • V = Volumen (pro 100 cm³ benetztes Volumen des Prüfobjektes)
    • N = Stückzahl (1 Bauteil bzw. absolute Anzahl pro Einzelbauteil)
  • Zweiter Schritt ist die Größenklasse + Konzentrationsklasse: In der Klammer wird jede detektierte Größenklasse mit ihrem Konzentrationsklassencode aufgeführt, getrennt durch Schrägstriche. Für Größenklassen mit null detektierten Partikeln kann 00 verwendet werden. Größenklassen, die nicht angegeben werden sollen oder für die kein Analyseergebnis vorliegt, können im CCC entfallen.

Praxisbeispiel: Kraftstoffinjektoranalyse

Ein Kraftstoffinjektor wird mittels Druckspülung nach VDA 19.1 extrahiert. Die Extraktionsflüssigkeit wird filtriert und die Membranfilter werden vom automatisierten Mikroskop gescannt. Nach Normierung auf 1.000 cm² benetzte Fläche des Prüfobjekts (Bezugsgröße A) werden folgende Partikelzahlen gemessen:

GrößenklassePartikelanzahl (pro 1.000 cm²)Zugehöriges IntervallKonzentrationsklasse
B (5–15 µm)1.540> 1.000 bis 2.00012
C (15–25 µm)310> 250 bis 50010
D (25–50 µm)75> 64 bis 1308
E (50–100 µm)12> 8 bis 165
F (100–150 µm)0000
G (150–200 µm)0000

Resultierender CCC:

A(B12/C10/D8/E5/FG00)

Lesehilfe: Die Analyse wurde auf 1.000 cm² benetzte Fläche des Prüfobjekts normiert. In Größenklasse B wurden bis zu 2.000 Partikel gefunden (Klasse 12). Klasse C hat bis zu 500 Partikel (Klasse 10), Klasse D bis zu 130 Partikel (Klasse 8) und Klasse E bis zu 16 Partikel (Klasse 5). Ab Klasse F wurden keine Partikel detektiert (FG00).

Jetzt ausprobieren: CC Decoder öffnen – jeden CCC-Code direkt dekodieren und die vollständige Größenklassentabelle anzeigen lassen.


Verkürzte Schreibweise und Sonderfall Bezugsgröße ‘N’

Die VDA 19.1 präzisiert zwei wichtige Regeln für die Anwendung des CCC:

  1. Verkürzte Schreibweise: Sind die Konzentrationsklassen benachbarter Größenklassen gleich, können die Buchstaben zusammengefasst werden. Wenn z. B. die Klassen F und G beide 0 Partikel aufweisen, schreibt man FG00. Dies gilt auch für andere Klassen, wie CD16 oder LM0.
  2. Sonderfall Bezugsgröße N (pro Bauteil): Wird die Bezugsgröße N angewendet, ist die Nutzung von Konzentrationsklassen (00–20) nicht erlaubt. Stattdessen werden die exakten Partikelzahlen direkt uncodiert übernommen. Zum Beispiel: N(B1540/C310/D75/E12/FG0).
  3. Zusammengefasste Größenklassen: Werden mehrere Größenklassen zusammengefasst werden diese auch im CCC code dargestellt: Beispiel A(B-D20/E-M10/N00)

Warum der CCC wichtig ist

  • Lieferantenvergleich: Der Vergleich von CCC-Ergebnissen zeigt sofort, welcher Lieferant sauberere Bauteile liefert – ohne lange Datentabellen analysieren zu müssen.
  • Sauberkeitsanforderungen: Sauberkeitsanforderungen können beispielsweise im CCC-Format angegeben werden. Ein Bauteil erfüllt die Vorgabe, wenn die Konzentrationsklassen des Messwerts die festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten.

Automatisierte CCC-Berechnung mit PartikelART

Die manuelle Umrechnung von Partikelzahlen in Konzentrationsklassencodes ist zeitaufwendig und anfällig für Flüchtigkeitsfehler. Die PartikelART LensApp automatisiert den gesamten Prozess:

  1. PartikelART Lens ermöglicht eine Analyse mit der LightBox und kann ihren CCC-Code bei kompatiblen Bauteilen innerhalb von 60s erstellen
  2. PartikelART Case hat eine automatisierte Umwandlung von CCC Codes zu Sauberkeitspezifikationen oder CCC in Berichte als Import. Digitalisierte Berichte inklusive CCC-String, Partikelbildern und makroskopischen Befunden stehen sofort für Ihr QM-Audit bereit.

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